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"Mit allerhöchster Genehmigung ist die unterhalb der russischen Kirche parallel der Schnorrstraße angelegte neue Straße zu Ehren unseres verewigten Mitbürgers des Geh. Hofrath Ludwig Reichenbach 'Reichenbachstraße' benannt worden. "
Dresden, am 12. November 1897
Der Rath der Königlichen Haupt- und Residenzstadt Dresden
Dr. Stübel


(Dresdner Anzeiger vom 15. November 1897)

Kindheit und Jugend

Heinrich Gottlieb Ludwig Reichenbach wurde am 8. Januar 1793 in Leipzig als ältester Sohn des Konrektors der Thomasschule, Johann F. Reichenbach, geboren. Er wuchs in Einfachheit und Bescheidenheit auf.

Bereits beim Besuch der Thomasschule in Leipzig wurde in ihm das Interesse am Studium der Naturwissenschaften, besonders der Botanik geweckt.
Ein Onkel Reichenbachs, der Künstler Friedrich Barthel, förderte seine künstlerischen Begabungen.

Zunächst studierte er ab 1810 an der Leipziger Universität Medizin, wobei er nach damaligen Brauch auch die Naturwissenschaften belegte. Am 15. März 1815 erlangte er die philosophische Doktorwürde, 1816 veröffentlichte er sein Erstlingswerk "Monographia pselaphorum" und am 24. Januar 1817 promovierte er zum Doktor der Medizin.

Erste Forschungen...

 

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  • reichenbach_die_singvoegel_als_fortsetzung

In den folgenden Jahren widmete er sich neben der Medizin vor allem naturwissenschaftlichen Forschungen. Er erhielt am 20. März 1820 die Berufung als Inspektor an das Königliche Naturalienkabinett nach Dresden. Dieses Amt war mit einer Professur für Naturgeschichte an der Königlich-Chirurgisch-Medizinischen Akademie verbunden.

Die Akademie war damals ein Zentrum des Dresdner wissenschaftlichen Lebens, hier fand er unter anderem in Carl Gustav Carus einen bedeutenden Naturwissenschaftler und Lehrer.

...erste Verantwortung

Reichenbach bekam zunächst die Aufgabe, einen botanischen Garten aufzubauen. Gleichzeitig gestaltete er das Königliche Naturalienkabinett um und erreichte, daß es für die Öffentlichkeit zugänglich wurde.
Sein guter Kontakt zu sächsischen Herrschern ( König Friedrich August I [1763-1827] und Friedrich August II [1836-1854] ) brachte ihm naturwissenschaftliche Aufträge und finanzielle Unterstützung für das Naturhistorische Museum.