Der Höhepunkt

Reichenbach wandte sich ab 1830 verstärkt der Zoologie zu. Er gehörte zu den letzten Forschern, die sich so umfassend mit diesem Gebiet der Naturwissenschaft beschäftigten.
Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit leitete er Exkursionen, führte Lehrtätigkeiten aus, schrieb ein Schulbuch über Naturkunde und setzte sich öffentlich für einen Naturkundeunterricht an allen sächsischen Schulen ein.

Er wurde in der Folgezeit Mitglied verschiedener naturwissenschaftlicher Vereine und Gesellschaften und baute 1831 im Zwinger ein für die damalige Zeit großartiges Museum auf. Er war der Mittelpunkt des naturwissenschaftlichen Lebens in Dresden.

Die Wende...

Der Maiaufstand 1849 zerstörte nicht nur das von ihm aufgebaute Naturhistorische Museum, sondern auch vieles aus seinem privaten Besitz an Sammlungen aus Büchern. Trotz großer Verzweiflung begann er ab 1849 mit ungebremster Energie den Wiederaufbau. 1862 versuchte er, neue Wege im Ausstellungswesen zu finden und ließ Pflanzen und Tiere aus Glas nachbilden.

...und ein trauriger Ausklang

1868 starb Reichenbachs Frau. Auch der Verlust des Museums und den seiner wissenschaftlichen Unterlagen ließen ihn in den letzten Lebensjahren verbittern.
Sein Festhalten an seiner wissenschaftlichen Grundeinstellung, die vom künstlichen Ordnungsprinzip in der biologischen Systematik nicht abwich, obwohl das natürliche System nach Darwin schon seinen Siegeszug angetreten hatte, seinen religiösen Einstellungen, die alle neueren Methoden der Forschung wie Analyse, Experiment und Physiologie ablehnte, ließen ihn schließlich auch wissenschaftlich vereinsamen.

1874 zwang man ihn, seinen Abschied einzureichen, er wurde am 1. April 1874 in den Ruhestand versetzt.
Am 17. März 1879 verstarb Ludwig Reichenbach abends im Alter von 86 Jahren.